Hintergrundinformation zur Bewertungsmethode
Die eco2-Bewertungsmethode ermöglicht die ökologisch-ökonomische Bewertung von Entsorgungssystemen mit Schwerpunkt auf Verwertung und Beseitigung. Darüber hinaus wird lebenszyklusübergreifende Allokation und Systemraumerweiterung, die im LCA zur ökologischen Verrechnung von gewonnenen Sekundärwertstoffen notwendig ist, vermieden. Der Ansatz beruht auf der Definition von Referenzsystemen, welche die Bewertungsskalen definieren und den ökologisch-ökonomischen Vergleich der Entsorgungsalternativen unterstützen.
Anhand des dargestellten Beispiels wird die Definition der Referenzsysteme und Bewertungsskalen beschrieben. Die Methode selbst beruht auf Arbeiten von HERRMANN 2004.
Die Basis der Bewertung ist die Erstellung von Referenzsystemen, die dazu dienen die eco2 Bewertungsskalen zu definieren. Die Idee beruht darauf, durch ökonomische und ökologische Referenzindikatoren eine Skala von einem theoretischen Maximum bis zu einem theoretischen Minimum zu haben. Die Referenzsysteme beziehen sich auf die Materialzusammensetzung des zu berücksichtigenden Abfalls.
Die ökonomischen Referenzindikatoren reflektieren den ökonomischen Aufwand eines Recyclingsystems. Der maximal erreichbare Wert ist der Idealfall in dem die Materialien oder sekundäre Vorprodukte ohne Kosten (Nullkosten) gewonnen werden und die gleiche Qualität wie Primärmaterialien haben. Deshalb ist dies ein theoretischer Wert. Ein minimaler Wert ist grundsätzlich nicht definierbar, da die Kosten unbegrenzt ansteigen können. Es wird aber eine Stützstelle berechnet, beispielsweise der Wert Null, der sich bei identischem Aufwand und Ertrag ergibt. Die ökonomischen Referenzpunkte sind auf der y-Achse in Abbildung 1 gegeben.
Im Fall des ökologischen Referenzindikators steht der minimale Wert für ein System ohne ökologischen Aufwand und entspricht null Umwelteinwirkung. Das Material oder Vorprodukt hat dieselbe Qualität wie das Primärmaterial oder das Vorprodukt (gleicher Referenzpunkt zum ökonomischen Maximum). Ein maximaler ökologischer Wert ist analog zu unbegrenztem ökonomischem Aufwand nicht definierbar. Deshalb ist die Stützstelle gleich den Umweltwirkungen, die bei einer Primärproduktion entsprechend der Materialien des ökonomischen Maximums auftreten. Höhere Einwirkungen würden ein ökologisch nicht vorteilhaftes Recyclingsystem zur Folge haben. Da keine ökologischen Gutschriften berechnet werden –um lebenszyklusübergreifende Allokation und Systemraumerweiterung zu vermeiden- bezieht sich das ökologische Bewertungssystem auf die Erträge der Sekundärprodukte. Ihr ökonomischer Wert dient als Quotient (X/Ertrag auf der x-Achse in Abbildung 1). Folglich wird eine unterschiedlich gewonnene Produktqualität auf objektiver Basis in die Umweltbewertung integriert.Beide Referenzsysteme definieren die eco2 Skalen in einem Koordinatensystem. Für die Bewertung werden die alternativen Recyclingsysteme modelliert und ihre Berechnungsergebnisse werden in Referenzsystemen –wie die Abbildung "Zwei alternative Entsorgungsoptionen für die eco2 Bewertung" für das Beispiel zeigt – wiedergegeben. 
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 Abbildung: der eco2-Recyclinggraph zeigt die Bewertungsergebnisse
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Zusammenfassung:
Die Methode der Ganzheitlichen Bilanzierung ermöglicht die ökologisch-ökonomische Bewertung von Produkten und Systemen. In der Ökobilanzierung ist es notwendig die Erträge bezogen auf die produzierten Sekundärmaterialien mit den Belastungen aus den Recycling- und Entsorgungsprozessen ökologisch zuzuordnen (allozieren). Die Ergebnisse solcher Bilanzierungen hängen immer von der Wahl der entsprechenden Methode ab und können die ökologische und ökonomische Qualität der ausgewählten Entsorgungsalternative nicht objektiv bewerten.Die eco2 Bewertungsmethode ist auf alle Abfallzusammensetzungen anwendbar. Mittelpunkt dieser Arbeit ist die Bewertung von Elektronikschrott, da dieser besondere Anforderungen an Modellierung und Bewertung stellt. Besonders zu erwähnen ist die hohe Materialvielfalt in kleinen Mengen, die vielseitige und hoch entwickelte Möglichkeiten für Recycling und Beseitigung erfordern; potentiell gefährliche und sehr wertvolle Substanzen sind gleichermaßen vorhanden und schließlich erfordern gesetzliche Bestimmungen wie die so genannten WEEE zusätzlichen Handlungsbedarf, um ökologisch günstige und ökonomisch nachhaltige Lösungen für Recycling und Beseitigung von Elektronikprodukten zu erhalten.
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HERRMANN 2004
Herrmann, C.: “Ökologische und ökonomische Bewertung des Materialrecyclings komplexer Abfallströme am Beispiel von Elektronikschrott – eine Erweiterung zur Ganzheitlichen Bilanzierung“, Dissertation, Universität Stuttgart, Institut für Kunststoffprüfung und Kunststoffkunde, Shaker Verlag, Stuttgart, Januar 2004 
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